Allein mit einer Glaskunst-Ausstellung
Als ich ein Osterhase war - Die Aufzeichnungen des Jonas P. - "Katzinskys"
alt .. .jung - Digitale Bildbearbeitung
Auf der Suche nach den verlorenen Ahnen 1-3
Bunkerleben – Köln, Herthastraße 43-45
Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen
Dazwischen Gefunkt - in Friedrichshain und Kreuzberg
Demenz-Betreuung von Angehörigen
Denkmäler berühmter Persönlichkeiten der Stadt Wien 2007
Dokumentation über den demographischen Wandel
Die Down-Syndrom-Marathonstaffel - Der Weg zum Ziel
Gast und Wirt - eine Beobachtung
Generationen treffen aufeinander
Gute Aussichten? Drei Generationen Wilhelmshaven
Ich Habe Gesehen Was Er Gesagt Hat ...
ich habe vergessen alt zu werden
Ich wollte doch Abschied nehmen
Jugendarrest ... was ist das eigentlich?
Keep It Real! - Der Star deines Lebens bist du
Keine Panik - wir können über alles reden
Das lebende Mühlendorf im Gschnitz
Mit der „Florette“ zu den Liparischen Inseln
Mit Wilhelm Busch über den Kronsberg
Portrait eines Widerspenstigen
Das Prekariat - oder wie,oder was?
Richard Lahmann - Die Gunst der Verhältnisse
Ein schwäbisches Dorf und seine alten Bürger
Seitenwechsel - Alt und jung machen sich ein eigenes Bild
Südindien - Eine Reise durch Tamil Nadu und Kerala
Wer ist Hugo Spohler? - Ein konsequenter Friedensaktivist mit vielen Seiten
Der wilde Süd-Westen von Amerika. Ein Geschenk von mir
Axel Ranisch, Berlin
25 - 62 Jahre
Porträt/ Biografie, 19:52 Minuten
Kategorie "Jung und Alt", 2009
Stichworte: Arbeit und Beruf, Blick aufs Alter, Freizeit (Spiel und Spaß), Schule
Auf den Flügeln des Pegasus ist ein Porträt über Annelie Streit, die seit über 25 Jahren Kindern Freude an Lesen und Schreiben vermittelt. Frau Streit: Freitag Nachmittag steige ich auf den Pegasus und fliege zwei Stündchen durch meinen Bauch. Ich fliege nicht alleine. Ein bunter Haufen junger Menschen, die von innen strahlen, wie ein großer, dritter Stern von links, füllen weiße Blätter mit ehrlichen Worten. Wir leuchten, weil jemand den Knopf gefunden hat, den man drücken muss, um uns glücklich zu machen. Und dieser Jemand ist Frau Streit. Unsere Knöpfe sind so versteckt, dass nicht einmal wir selbst sie finden. Aber Frau Streit hat in jahrelanger Leidenschaft herausgefunden, wo diese Knöpfe zu finden und zu drücken sind. Virtuos knackt sie uns die dicksten Rippen und zieht die hintersten Backenzähne; laust uns durch die Haare und krümelt zwischen den Fußzehen die Knöpfe hervor, wie eine Dirigentin die Seele aus der Partitur. Und dann hat sie uns. Und dann wird sie uns nicht mehr los. Und dann hängen wir an ihr, wie ein Alkoholiker am letzten Tropfen Korn. Frau Streit hat so viel Liebe zu verschenken, dass sie eigentlich ganz leer sein müsste. Aber ich weiß, wie sie das macht. Ich war bei ihr zu Hause. Sie hält sich einen netten, alten Mann auf ihrem Sofa, der immer wenn sie nach Hause kommt, alles wieder auffüllt. Der Arme. Ich kann nur zu gut verstehen, dass er ihr ins Ohr geflüstert hat: "Nu reicht's aber mal, mein zuckersüßer Erbseneintopf!" Also wickelt sie uns kleine Päckchen zusammen, beschriftet und dekoriert sie mit einem Lächeln und einem Tränentröpfchen und einer kalten Ente für den heißen Winter, damit wir uns nicht erkälten, und steckt ein Stückchen von ihrem riesigen Herz hinein. Dann schwingt sie sich auf die Schultern ihres netten, alten Samsons, der sich in all der Zeit die Haare wachsen ließ und immer jünger und schöner wurde, schnallt ihn vom Sofa ab, hebt sich mit ihm in die Lüfte, den Ozean von oben zu sehen, und fliegt durch den frühlingsfrischen Herbst davon. Ich fliege nun alleine durch meinen Bauch. Denn das ist alles was ich kann und das kann ich nur, weil sie meinen Knopf gefunden hat. Ich bin seit meinem 11. Lebensjahr Mitglied in einer Literaturgruppe, die sich Pegasusclub nennt.Frau Streit hat mir Mut gemacht, mich kreativ zu äußern, zu schreiben, eine Meinung zu haben, ein eigenständiger Mensch zu sein, durch die Kunst. Frau Streit ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Und für viele andere auch. Bevor sie in Rente geht, wollte ich ihre Arbeit einmal dokumentieren.